Bagatellschaden

Die Bagatellfallgrenze ist nicht starr und wird von verschiedenen Gerichten unterschiedlich hoch in Ansatz gebracht. Derzeit und je nach Gericht liegt sie zwischen 700,- und 750,- €. Ausnahmen werden jedoch gemacht wenn zu befürchten ist, dass außer den sichtbaren Fahrzeugschäden noch weitere vorliegen könnten. Sollte Ihr vorhandener Schaden sich als Bagatellschaden herausstellen ist es zu empfehlen nach einer erfolgten Besichtigung ein Kostenvoranschlag anstelle eines Gutachtens zu erstellen.

Hierbei handelt es sich um unfallbedingte Beeinträchtigungen des Fahrzeugwertes, welche trotz Reparatur daran verbleiben.

Zu unterscheiden ist zwischen:
- technischem Minderwert
liegt vor, wenn das Fahrzeug trotz durchgeführter Reparatur am Fahrzeug nicht alle Schäden in technisch einwandfreier Art und Weise beseitigt werden konnten. Diese Fälle sind infolge des technischen Fortschritts der Reparaturtechnik äußerst selten geworden.

- merkantilem Minderwert
Hierbei handelt es sich um den Makel des reparierte Fahrzeuges nach der Verunfallung ein Unfallfahrzeug zu sein. Durch Zahlung einer Wertminderung soll dieser Schaden ausgeglichen werden, der dem Geschädigten bei Weiternutzung des Fahrzeuges verbleibt (BGH NJW 1961, 2253). Der konkrete Schaden besteht darin, dass der Geschädigte bei Verkauf des Fahrzeuges und dem gebotenen Hinweis auf ein Unfallfahrzeug Preisabschläge in Kauf nehmen muss. Es spielt hierbei keine Rolle, ob es sich um einen PKW, oder ein Motorrad handelt. Nachfolgende Ausführungen betreffen somit nur den merkantilen Minderwert. Voraussetzung für eine Wertminderung ist

- verhältnismäßige Neuwertigkeit des Fahrzeuges
- Erheblichkeit des Schadens
- keine wesentlichen Vorschäden am Fahrzeug (OLG Celle 1973,717).

Wenn Sie unverschuldet in einen Verkehrsunfall geraten können einige Kosten anfallen und auch geltend gemacht werden.
Bei einem Unfall kommen meist mehrere Kostenpositionen zusammen welche Sie bei der gegnerischen Versicherung geltend machen können.
Hierzu gehören folgende Positionen:
Abschleppgebühren, Säuberung der Unfallstelle,
Standgebühren des Fahrzeuges bei der Werkstatt oder beim Abschleppunternehmen,
die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens, die Schadensumme selbst an Ihrem als auch an anderen Fahrzeugen, die Wertminderung für Ihr Fahrzeug, Ab- und Anmeldegebühren, Mietwagenkosten und oder ein Nutzungsausfall, Schmerzensgeld bei Verletzungen, etc...

Wir kennen uns mit all diesen Positionen bestens aus und können für Sie alles in die Wege leiten so dass für Sie kein Nachteil entsteht.

Wenn das beschädigte Fahrzeug bereits vor dem Unfall ein Schaden im Stoßbereich hatte, wird rechtlich ein NFA-Abzug notwendig. Dieser verhindert, dass der Geschädigte nach dem Unfall nicht besser gestellt wird. Dieser Passus ist für die regelnde Versicherung sehr wichtig geworden. Gutachten, die dies nicht berücksichtigen können nicht anerkannt werden.

Wir haben in diesem Bereich jahrelange Erfahrung und können Ihnen hier immer den für Sie besten Weg aufzeigen.

Hierbei wird zwischen einem technischen und einem wirtschaftlichen Totalschaden unterschieden.
Ein technischer Totalschaden liegt dann vor, wenn das Fahrzeug aus technischer Sicht nicht mehr in Stand gesetzt werden kann. Dieser Fall ist allerdings sehr selten anzutreffen.
Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt dann vor, wenn die Reparatur des verunfallten Fahrzeuges vom Betrag höher ist als der Kauf eines gleichwertigen Fahrzeuges. Somit liegt die Schadensumme hier oberhalb des Wiederbeschaffungswertes.

Der Restwert eines verunfallten Fahrzeuges wird meist mit Hilfe einer Restwertbörse ermittelt. Das Verunfallte Fahrzeug wird in dieser Börse zum verbindlichen Kauf angeboten, um so realistische Restwertgebote zu erhalten. Der höchste Wert nach Ablauf des Angebotes wird dann als offizieller Restwert ins Gutachten aufgenommen und für die weitere Schadenregulierung verwendet. Der Halter ist selbstverständlich nicht verpflichtet sein Fahrzeug zu verkaufen, er hat jedoch im Fall des Verkaufwunschs die Möglichkeit das Höchstgebot in Anspruch zu nehmen.

Wenn durch einen Unfall ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, der Halter dennoch an seinem Fahrzeug hängt und dieses gerne weiter nutzen möchte, gibt es rechtlich die Möglichkeit die Schadenabwicklung unter Beachtung der 130%-Grenze abzuwickeln.
Dies bedeutet, dass es dem Geschädigten gestattet werden muss, sein Fahrzeug mit 30% über dem Wiederbeschaffungswert zu reparieren. Liegt die Reparatur jedoch über den 130%, liegt offensichtlich ein wirtschaftlicher Totalschaden vor und der Versicherer darf auf Totalschadenbasis abrechnen.

Nachbesichtigungen durch Versicherung ohne Einverständnis

In vielen Schadenfällen wünscht die gegnerische Versicherung eine Nachbesichtigung des Schadens durch einen eigens beauftragten Sachverständigen. Diese Nachbesichtigung darf nicht ohne Ihr Einverständnis erfolgen. Sollte Ihr Fahrzeug jedoch auf einem öffentlichen Parkplatz stehen, kann auch dort das Fahrzeug ohne Ihr Einverständnis besichtigt werden. Ziel der Versicherer ist es meist, offen gebliebene Fragen zu klären, jedoch auch in vielen Fällen ganz klar die Schadensumme zu reduzieren. Hierbei werden oft am Telefon die eingereichten Gutachten schlecht geredet und der Geschädigte verunsichert. Dies ist jedoch nicht hinzunehmen. Es gibt genügend Gerichtsurteile die belegen, dass nach Einreichung eines eigens beauftragtem Gutachten durch einen freien Sachverständigen die gegnerische Versicherung keine Besichtigung mehr berechtigt durchführen darf. Unsere Partneranwälte kennen sich bestens mit dem richtigen Verhalten in so einem Fall aus und können Ihnen hier stets weiterhelfen. Zögern Sie nicht auf unserer Partnerseite die Links unserer Kollegen zu nutzen.